INFOS / miniFAQ: Minijobs in Privathaushalten

Gelten auch Beschäftigungen, die durch Dienstleistungsagenturen oder andere Unternehmen in privaten Haushalten ausgeübt werden, als haushaltsnahe Dienstleistungen?

  • Nein; bei diesen Beschäftigungen handelt es sich nicht um geringfügige Beschäftigungen im Privathaushalt.

Muss ein geringfügig Beschäftigter, der sowohl im Privathaushalt wie auch in dem Privathaushalt angeschlossenen geschäftlichen Räumen des Arbeitgebers Dienstleistungen erbringt, zweifach angemeldet werden?
Nein; für den Bereich der Sozialversicherung gibt es mit dem selben Arbeitgeber nur ein einheitliches Beschäftigungsverhältnis. Deshalb liegt bei dieser Fallgestaltung keine Beschäftigung im Privathaushalt vor.

Gelten für die geringfügigen Beschäftigungen im Privathaushalt die gleichen Grundsätze wie für geringfügige Beschäftigungen außerhalb von Privathaushalten?

  • Grundsätzlich ja; Besonderheiten gibt es hier jedoch bei der Höhe der vom Arbeitgeber zu leistenden Pauschalbeiträge. Für geringfügig entlohnte Beschäftigungen in Privathaushalten sind diese geringer als bei gewerblichen Minijobs.

Welche Abgaben fallen bei einer geringfügig entlohnten Beschäftigung im Privathaushalt für den Arbeitnehmer bzw. für den Arbeitgeber an?

  • Abgaben des Arbeitgebers

Für Minijobs in Privathaushalten zahlen Arbeitgeber in der Regel folgende pauschale Abgaben:
5 % des Arbeitsentgelts zur Krankenversicherung,
5 % des Arbeitsentgelts zur Rentenversicherung,
2 % des Arbeitsentgelts als einheitliche Pauschsteuer (bei Verzicht auf die Vorlage der Lohnsteuerkarte),
1,6 % des Arbeitsentgelts zur gesetzlichen Unfallversicherung und
0,84 % des Arbeitsentgelts als Umlagen nach dem Aufwendungsausgleichsgesetz.

Insgesamt hat der Arbeitgeber maximal 14,44 Prozent des Arbeitsentgelts an die Minijob-Zentrale zu zahlen.

Den Pauschalbeitrag zur Krankenversicherung in Höhe von 5 Prozent des Arbeitsentgelts zahlt der Arbeitgeber dann nicht, wenn der Minijobber privat oder nicht in Deutschland gesetzlich krankenversichert ist. Hierzu zählen beispielsweise Grenzgänger die in Deutschland arbeiten, aber im Ausland wohnen und dort krankenversichert sind.

Der Arbeitgeber kann unter Verzicht auf die Vorlage einer Lohnsteuerkarte die Lohnsteuer mit einem einheitlichen Pauschsteuersatz in Höhe von insgesamt 2 Prozent des Arbeitsentgelts erheben. Die gesetzlichen Regelungen schließen dann eine Abwälzung der Pauschsteuer auf den Arbeitnehmer nicht aus. Bei Versteuerung unter Verwendung der Lohnsteuerkarte ist der Arbeitnehmer unter Berücksichtigung der individuellen Merkmale auf der Lohnsteuerkarte steuerpflichtig.

  • Abgaben des Arbeitnehmers

Der Beitragsanteil des Arbeitnehmers bei Versicherungspflicht in der Rentenversicherung beträgt 13,9 Prozent des Arbeitsentgelts. Der Arbeitgeber entrichtet einen Pauschalbeitrag zur Rentenversicherung in Höhe von 5 Prozent. Der Minijobber trägt den Differenzbetrag in Höhe von 13,9 Prozent zwischen dem allgemeinen Beitragssatz der gesetzlichen Rentenversicherung von derzeit 18,9 Prozent und dem Pauschalbeitrag des Arbeitgebers von 5 Prozent.

Die Minijob-Zentrale berechnet die Beiträge und zieht den Eigenanteil des Arbeitnehmers zusammen mit den übrigen pauschalen Abgaben zweimal jährlich vom Konto des Arbeitgebers ein. Den Eigenanteil des Arbeitnehmers behält der Arbeitgeber monatlich vom Arbeitsentgelt des Minijobbers ein.

Liegt das Entgelt des Beschäftigten aus einer oder aus mehreren geringfügig entlohnten Beschäftigungen insgesamt unter 175 Euro, hat der Arbeitgeber vom tatsächlichen Arbeitsentgelt Beiträge zur Rentenversicherung in Höhe von 5 Prozent zu entrichten; der Beschäftigte trägt den Restbetrag bis zu dem Mindestbeitrag in Höhe von 33,08 Euro.

Welche Abgaben fallen bei einer kurzfristigen Beschäftigung im Privathaushalt für den Arbeitnehmer bzw. für den Arbeitgeber an?

  • Arbeitnehmer zahlen keine Abgaben – das Arbeitsentgelt unterliegt jedoch grundsätzlich der Steuerpflicht.

Der Arbeitgeber hat das Arbeitsentgelt entweder nach den Merkmalen der Lohnsteuerkarte oder unter bestimmten Voraussetzungen pauschal mit 25 Prozent zu versteuern.

Des Weiteren sind pauschal 1,6 Prozent des Arbeitsentgelts zur gesetzlichen Unfallversicherung an die Minijob-Zentrale zu entrichten. Hinzu kommen ggf. Umlagebeträge nach dem Aufwendungsausgleichsgesetz (Ausgleichsverfahren bei Krankheit / Mutterschaft).

Sind für geringfügig Beschäftigte in Privathaushalten Umlagebeiträge nach dem Aufwendungsausgleichsgesetz zu entrichten?

  •  Ja Am Ausgleichsverfahren bei Krankheit (U1) nehmen grundsätzlich alle Arbeitgeber mit maximal 30 Beschäftigten teil.

Am Ausgleichsverfahren bei Schwangerschaft/ Mutterschaft (U2) nehmen grundsätzlich alle Arbeitgeber teil.

Muss der Arbeitgeber mit Konsequenzen oder Sanktionen rechnen, wenn er einen in seinem privaten Haushalt geringfügig Beschäftigten nicht (bei der Minijob-Zentrale) anmeldet?

  •  Ja; sowohl das Sozialgesetzbuch, als auch die Abgabenordnung sehen für Ordnungswidrigkeiten Geldbußen vor. Ordnungswidrig handelt, wer als Arbeitgeber vorsätzlich oder leichtfertig seiner Meldepflicht bzw. seiner Verpflichtung, Steuerabzugsbeträge einzubehalten oder abzuführen, nicht nachkommt. Die Ordnungswidrigkeit kann mit einer Geldbuße bis zu 5.000 Euro geahndet werden.

Welche Bescheinigungen erstellt die Minijob-Zentrale?

  • Die Minijob-Zentrale teilt dem Arbeitnehmer die Beschäftigungszeiten und Arbeitsentgelte mit.

Der Arbeitgeber erhält eine Bescheinigung über den Zeitraum, für den er Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung gezahlt hat. Diese beinhaltet die Höhe des Arbeitsentgelts sowie der gezahlten Pauschalbeiträge, der Umlagen nach dem Aufwendungsausgleichsgesetz und der eingezogenen Pauschsteuer.

Werden gewerbliche geringfügige Beschäftigungen mit solchen in Privathaushalten zusammengerechnet?

  • Ja; es gelten die gleichen Grundsätze wie bei der Zusammenrechnung von mehreren gewerblichen geringfügigen Beschäftigungen.

Wann liegt eine geringfügige Beschäftigung im Privathaushalt vor?

  • Die Beschäftigung muss durch einen privaten Haushalt begründet sein und somit normalerweise durch Angehörige des privaten Haushaltes erledigt werden.

Welche Tätigkeiten fallen unter diese sog. haushaltsnahen Dienstleistungen?

  • Die Zubereitung von Mahlzeiten im Haushalt, Wohnungsreinigung, Gartenpflege, Pflege, Versorgung und Betreuung von Kindern, Kranken, alten Menschen und pflegebedürftigen Personen.

Fällt auch die Erledigung von Einkäufen und Botengängen sowie die Begleitung von Kindern, Alten und Pflegebedürftigen außerhalb der Wohnung unter die Definition haushaltsnaher Dienstleistungen in privaten Haushalten?

  • Ja; grundsätzlich gilt im Sozialversicherungsrecht alles als haushaltsnahe Dienstleistung, was im Einzelfall von einem Mitglied der Familie erledigt werden kann, also auch Einkäufe, Botengänge oder die Begleitung der genannten Personen außerhalb des Haushalts.

Gelten auch handwerkliche Tätigkeiten als haushaltsnahe Dienstleistungen?

  • Handwerkliche Tätigkeiten gehören im Sozialversicherungsrecht zu den haushaltsnahen Dienstleistungen, sofern diese gewöhnlich durch Mitglieder des privaten Haushalts erledigt werden können.

Written by wp_admin

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