INFOS / miniFAQ: Geringfügig entlohnte Minijobs

Werden mehrere (geringfügige) Beschäftigungen zusammengerechnet?
Wenn keine Hauptbeschäftigung ausgeübt wird:

Hat ein Arbeitnehmer, der keiner mehr als geringfügigen Beschäftigung nachgeht, mehrere 450-Euro-Minijobs bei verschiedenen Arbeitgebern nebeneinander, sind die Arbeitsentgelte aus diesen Beschäftigungen zusammenzurechnen. Wird bei Zusammenrechnung mehrerer 450-Euro-Minijobs die monatliche Grenze von 450 Euro überschritten, so handelt es sich nicht mehr um Minijobs. Vielmehr sind diese versicherungspflichtig bei der zuständigen Krankenkasse zu melden.

Beispiel
Ein Arbeitnehmer arbeitet seit dem 1. Januar beim Arbeitgeber A und verdient monatlich 450 Euro. Einen Monat später, am 1. Februar, nimmt er beim Arbeitgeber B einen weiteren Minijob auf und erhält dort monatlich 300 Euro. Im Monat Januar finden die Minijob-Regelungen Anwendung, da das monatliche Arbeitsentgelt maximal 450 Euro beträgt. Mit der zweiten Beschäftigung bei Arbeitgeber B übersteigt der Arbeitnehmer jedoch die 450-Euro-Grenze und ist ab Februar sozialversicherungspflichtig in beiden Beschäftigungen.
Wenn eine Hauptbeschäftigung ausgeübt wird:
Arbeitnehmer, die bereits einer mehr als geringfügigen Beschäftigung nachgehen, können daneben nur einen 450-Euro-Minijob ausüben. Der zweite und jeder weitere 450-Euro-Minijob wird aber mit der Hauptbeschäftigung zusammengerechnet und ist in der Regel versicherungspflichtig in der Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung. Lediglich Arbeitslosenversicherungsbeiträge müssen für diese Beschäftigungen nicht gezahlt werden. Ausgenommen von der Zusammenrechnung mit der versicherungspflichtigen Beschäftigung wird stets der zeitlich zuerst aufgenommene Minijob.

Beispiel
Eine Arbeitnehmerin übt seit Jahren beim Arbeitgeber A eine sozialversicherungspflichtige Hauptbeschäftigung aus und verdient monatlich 2.000 Euro brutto. Sie nimmt am 1. Januar einen 450-Euro-Minijob bei Arbeitgeber B auf. Hier verdient sie monatlich 160 Euro. Dieser Minijob wird nicht mit der versicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung zusammengerechnet, hier gelten weiterhin die Minijob-Regelungen. Als die Arbeitnehmerin am 1. März noch einen zweiten Minijob für monatlich 200 Euro bei Arbeitgeber C aufnimmt, ist dieser mit der Hauptbeschäftigung beim Arbeitgeber A zusammenzurechnen. Die Beschäftigung ist keine 450-Euro-Minijob und unterliegt mit Ausnahme der Arbeitslosenversicherung der vollen Sozialversicherungspflicht.

Zu den nicht geringfügigen Beschäftigungen, neben der nur ein 450-Euro-Minijob ausgeübt werden kann, zählen:

  • der Bezug von Entgeltersatzleistungen wie Krankengeld, Kurzarbeitergeld, Übergangsgeld
  • der Bezug von Vorruhestandsgeld
  • die Ableistung des Bundesfreiwilligendienstes oder eines freiwilligen sozialen oder ökologischen Jahres
  • Beschäftigungen im Rahmen betrieblicher Berufsausbildung (Duale Studiengänge, vorgeschriebene Vor- oder Nachpraktika)

Mehrere 450-Euro-Minijobs können hingegen ausgeübt werden, wenn anstelle einer mehr als geringfügigen Beschäftigung
Elternzeit mit oder ohne Bezug von Elterngeld beansprucht wird,
Sozialhilfe bezogen wird,
Arbeitslosengeld I oder II bezogen wird,
am freiwilligen Wehrdienst teilgenommen wird.

Werden gewerbliche geringfügige Beschäftigungen mit solchen in Privathaushalten zusammengerechnet?
Ja; es gelten die gleichen Grundsätze wie bei der Zusammenrechnung von mehreren gewerblichen geringfügigen Beschäftigungen.
Gelten für die geringfügigen Beschäftigungen im Privathaushalt die gleichen Grundsätze wie für geringfügige Beschäftigungen außerhalb von Privathaushalten?

Grundsätzlich ja; Besonderheiten gibt es hier jedoch bei der Höhe der vom Arbeitgeber zu leistenden Pauschalbeiträge für geringfügig entlohnte Beschäftigungen.

Kann neben dem Bezug einer Rente eine geringfügig entlohnte Beschäftigung ausgeübt werden?
Antwort: Ja.

Rentner/ Ruhestandsbeamte

Hinsichtlich der versicherungsrechtlichen Beurteilung eines Minijobs, der von Rentnern oder Ruhestandsbeamten ausgeübt wird, sind grundsätzlich keine Besonderheiten zu beachten. Der Pauschalbeitrag zur Rentenversicherung ist – unabhängig davon, ob sich dieser noch leistungssteigernd auswirken kann – auch für diesen Personenkreis zu zahlen.

Abhängig von der Renten-/ Versorgungsart existieren unterschiedlich hoch bemessene Hinzuverdienstgrenzen (vor dem Erreichen der Regelaltersgrenze), die bei Nichtbeachtung zur Kürzung bzw. zum Wegfall der Rente/Versorgung führen können!

Altersrenten/ Erwerbsminderungsrenten
Die Hinzuverdienstgrenze bei Renten wegen Alters (vor dem Erreichen der Regelaltersgrenze), wegen voller Erwerbsminderung, wegen Erwerbsunfähigkeit sowie der Knappschaftsausgleichsleistung – für die Rente in voller Höhe – beträgt seit dem 1. Januar 2013 450,00 Euro . Bei Inanspruchnahme der Rente als Teilrente gelten jeweils individuelle Hinzuverdienstgrenzen, welche beim Rentenversicherungsträger zu erfragen sind.

Bei Renten wegen teilweiser Erwerbsminderung, wegen Berufsunfähigkeit und für Bergleute gelten individuelle Hinzuverdienstgrenzen, welche auch beim jeweiligen Rentenversicherungsträger zu erfragen sind.

Beschäftigte Rentner können ab dem Monat, der dem Monat folgt, in dem die Regelaltersgrenze (67 Jahre) erreicht wird, unbegrenzt hinzuverdienen. Eine Anrechnung auf die Rente findet nicht mehr statt.

Hinweis: Für die Geburtsjahrgänge 1947 bis 1963 wurde die Altersgrenze für die Regelaltersrente von 65 auf 67 Jahre stufenweise angehoben. Geburtsjahrgänge ab 1964 können die Regelaltersrente erst nach Vollendung des 67. Lebensjahres beziehen.

Hinterbliebenenrenten
Die Höhe von Witwen-, Witwer-, Erziehungs- und Waisenrenten ist davon abhängig, in welcher Höhe weitere Einkommen erzielt werden. Es gibt jedoch einen Freibetrag, bis zu dem Einkünfte nicht angerechnet werden. Ein 450-Euro-Minijob liegt innerhalb dieses Freibetrages und hat somit keinen Einfluss auf die Höhe der Rente, solange keine weiteren Einkünfte anzurechnen sind.

Hinweis: Eine Ausnahme gilt für Bezieher einer Waisenrente in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. In diesen Bundesländern gilt ein Freibetrag in Höhe von 438,59 Euro.

Ruhestandsbeamte
Für Ruhestandsbeamte, die vor Erreichen der nach dem jeweiligen Versorgungssystem maßgebenden Altersgrenze vorzeitig wegen Dienstunfähigkeit (Ausnahmen: z.B. Dienstunfall) in den Ruhestand getreten sind, ist ein leistungsunschädlicher Nebenverdienst aus einer Beschäftigung nur bis zu einer bestimmten Höchstgrenze möglich. Bei einem Arbeitsentgelt aufgrund eines während des Ruhestands ausgeübten Minijobs bis zu 450 Euro kann es daher problematisch werden, muss es aber nicht. Dies ist abhängig von verschiedenen Faktoren, da beim Ruhegehalt individuelle Berechnungsmerkmale des einzelnen Beamten zu berücksichtigen sind. So beeinflussen zum Beispiel
die Einstufung (Besoldungsgruppe)
der Ruhegehaltssatz
die zurückgelegte Dienstzeit (Dienstaltersstufe)

die Höhe des individuellen Hinzuverdienstes.

In jedem Fall empfehlen wir Ruhegehaltsempfängern vor Erreichen der maßgeblichen Altersgrenze, die einen Minijob aufnehmen wollen, vorab die Dienststelle (Dienstherrn) zu kontaktieren, die die Versorgung festgestellt hat.

Wann liegt eine geringfügig entlohnte Beschäftigung vor?
Das Arbeitsentgelt aus dieser Beschäftigung darf regelmäßig im Monat 450 Euro nicht übersteigen. Eine zeitliche Beschränkung gibt es nicht !

Ist bei der Verdienstgrenze von 450 Euro von den Brutto- oder Nettoeinnahmen des Beschäftigten auszugehen?
Bei der Prüfung der Verdienstgrenze ist vom regelmäßigen monatlichen Bruttoverdienst auszugehen. Einmalige Einnahmen, die mit hinreichender Sicherheit mindestens einmal jährlich gezahlt werden (z.B. Urlaubs- oder Weihnachtsgeld), sind dem regelmäßigen monatlichen Arbeitsentgelt hinzuzurechnen. Hat der Arbeitnehmer auf die Zahlung einer einmaligen Einnahme schriftlich verzichtet, kann diese – ungeachtet der arbeitsrechtlichen Zulässigkeit eines solchen Verzichts – bei der Ermittlung des regelmäßigen Arbeitsentgelts nicht berücksichtigt werden.

Werden steuerfreie Aufwandsentschädigungen bei der Prüfung der Verdienstgrenze berücksichtigt?
Nein; steuerfreie Aufwandsentschädigungen (z.B. aus nebenberuflicher Tätigkeit als Übungsleiter in Sportvereinen, als Ausbilder, etc.) gehören bis zu einem Betrag von 2.100 Euro im Kalenderjahr (175 Euro mtl.) nicht zum regelmäßigen Arbeitsentgelt. Für darüber hinausgehende Aufwandsentschädigungen fallen die üblichen Pauschalabgaben an, sofern nicht Versicherungspflicht eintritt.

Werden Einkünfte aus geringfügig entlohnten Beschäftigungen und Einkünfte, die daneben aus Wehr-/Zivildienst, während einer Elternzeit oder als Arbeitsloser vom Arbeitsamt bezogen werden, zusammengerechnet?
Nein; eine Zusammenrechnung erfolgt hier nicht.

Darf die Verdienstgrenze von 450 Euro überschritten werden?
Ja; bei einem nur gelegentlichen und nicht vorhersehbaren Überschreiten der Arbeitsentgeltgrenze finden die Minijob-Regelungen weiterhin Anwendung. Als gelegentlich ist dabei ein Zeitraum von bis zu zwei Monaten innerhalb eines Jahres anzusehen. Die regelmäßige Zahlung von Urlaubs- oder Weihnachtsgeld ist beispielsweise vorhersehbar; ein erhöhter Arbeitseinsatz bei Ausfall von anderen Mitarbeitern gilt hingegen als nicht vorhersehbar.

Welche Abgaben fallen bei einer geringfügig entlohnten Beschäftigung für den Arbeitnehmer bzw. für den Arbeitgeber an?

Abgaben des Arbeitgebers

Der Arbeitgeber zahlt ab dem 1. Januar 2013 in der Regel folgende pauschale Beiträge und Abgaben:
13 % des Arbeitsentgelts zur Krankenversicherung,
15 % des Arbeitsentgelts zur Rentenversicherung,
2 % des Arbeitsentgelts als einheitliche Pauschsteuer (bei Verzicht auf die Vorlage der Lohnsteuerkarte) und
0,84 % des Arbeitsentgelts als Umlagen nach dem Aufwendungsausgleichsgesetz.
0,15 % des Arbeitsentgelts als Insolvenzgeldumlage.
Insgesamt hat der Arbeitgeber maximal 30,99 Prozent des Arbeitsentgelts an die Minijob-Zentrale zu zahlen.

Den Pauschalbeitrag zur Krankenversicherung in Höhe von 13 Prozent des Arbeitsentgelts zahlt der Arbeitgeber dann nicht, wenn der Minijobber privat oder nicht in Deutschland gesetzlich krankenversichert ist. Hierzu zählen beispielsweise Grenzgänger die in Deutschland arbeiten, aber im Ausland wohnen und dort krankenversichert sind.

Der Arbeitgeber kann unter Verzicht auf die Vorlage einer Lohnsteuerkarte die Lohnsteuer mit einem einheitlichen Pauschsteuersatz in Höhe von insgesamt 2 Prozent des Arbeitsentgelts erheben. Die gesetzlichen Regelungen schließen dann eine Abwälzung der Pauschsteuer auf den Arbeitnehmer nicht aus. Bei Versteuerung unter Verwendung der Lohnsteuerkarte ist der Arbeitnehmer unter Berücksichtigung der individuellen Merkmale auf der Lohnsteuerkarte steuerpflichtig.

Abgaben des Arbeitnehmers

Der Beitragsanteil des Arbeitnehmers bei Versicherungspflicht in der Rentenversicherung beträgt 3,9 Prozent des Arbeitsentgelts. Der Arbeitgeber entrichtet einen Pauschalbeitrag zur Rentenversicherung in Höhe von 15 Prozent. Der Minijobber trägt den Differenzbetrag in Höhe von 3,9 Prozent zwischen dem allgemeinen Beitragssatz der gesetzlichen Rentenversicherung von derzeit 18,9 Prozent und dem Pauschalbeitrag des Arbeitgebers von 15 Prozent.

Liegt das Entgelt des Beschäftigten aus einer oder aus mehreren geringfügig entlohnten Beschäftigungen insgesamt unter 175 Euro, hat der Arbeitgeber vom tatsächlichen Arbeitsentgelt Beiträge zur Rentenversicherung in Höhe von 15 Prozent zu entrichten; der Beschäftigte trägt den Restbetrag bis zu dem Mindestbeitrag in Höhe von 33,08 Euro.

Für Minijobs in Privathaushalten gelten andere Beträge.

Welche Abgaben fallen bei einer geringfügig entlohnten Beschäftigung für den Arbeitnehmer bzw. für den Arbeitgeber an?

Abgaben des Arbeitgebers:
Der Arbeitgeber zahlt ab dem 1. Januar 2013 in der Regel folgende pauschale Beiträge und Abgaben:
13 % des Arbeitsentgelts zur Krankenversicherung,
15 % des Arbeitsentgelts zur Rentenversicherung,
2 % des Arbeitsentgelts als einheitliche Pauschsteuer (bei Verzicht auf die Vorlage der Lohnsteuerkarte) und
0,84 % des Arbeitsentgelts als Umlagen nach dem Aufwendungsausgleichsgesetz.
0,15 % des Arbeitsentgelts als Insolvenzgeldumlage.
Insgesamt hat der Arbeitgeber maximal 30,99 Prozent des Arbeitsentgelts an die Minijob-Zentrale zu zahlen.

Den Pauschalbeitrag zur Krankenversicherung in Höhe von 13 Prozent des Arbeitsentgelts zahlt der Arbeitgeber dann nicht, wenn der Minijobber privat oder nicht in Deutschland gesetzlich krankenversichert ist. Hierzu zählen beispielsweise Grenzgänger die in Deutschland arbeiten, aber im Ausland wohnen und dort krankenversichert sind.

Der Arbeitgeber kann unter Verzicht auf die Vorlage einer Lohnsteuerkarte die Lohnsteuer mit einem einheitlichen Pauschsteuersatz in Höhe von insgesamt 2 Prozent des Arbeitsentgelts erheben. Die gesetzlichen Regelungen schließen dann eine Abwälzung der Pauschsteuer auf den Arbeitnehmer nicht aus. Bei Versteuerung unter Verwendung der Lohnsteuerkarte ist der Arbeitnehmer unter Berücksichtigung der individuellen Merkmale auf der Lohnsteuerkarte steuerpflichtig.

Abgaben des Arbeitnehmers:
Der Beitragsanteil des Arbeitnehmers bei Versicherungspflicht in der Rentenversicherung beträgt 3,9 Prozent des Arbeitsentgelts. Der Arbeitgeber entrichtet einen Pauschalbeitrag zur Rentenversicherung in Höhe von 15 Prozent. Der Minijobber trägt den Differenzbetrag in Höhe von 3,9 Prozent zwischen dem allgemeinen Beitragssatz der gesetzlichen Rentenversicherung von derzeit 18,9 Prozent und dem Pauschalbeitrag des Arbeitgebers von 15 Prozent.

Liegt das Entgelt des Beschäftigten aus einer oder aus mehreren geringfügig entlohnten Beschäftigungen insgesamt unter 175 Euro, hat der Arbeitgeber vom tatsächlichen Arbeitsentgelt Beiträge zur Rentenversicherung in Höhe von 15 Prozent zu entrichten; der Beschäftigte trägt den Restbetrag bis zu dem Mindestbeitrag in Höhe von 33,08 Euro.

Für Minijobs in Privathaushalten gelten andere Beträge.

Welche Unterscheidung gibt es bei geringfügigen Beschäftigungen?
Man unterscheidet hierbei zwischen geringfügig entlohnten und kurzfristigen Beschäftigungen.

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